Physiotherapie für Kinder: Hamburg-Bergedorf

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Die Vojta Therapie

Sie waren bei Ihrem Arzt und haben ein Rezept für Krankengymnastik erhalten?
Oft lesen Sie dann auf dem Rezept "Bobath" oder "Vojta" und wissen gar nicht so genau, was damit gemeint ist, da ihr Kind doch eigentlich Krankengymnastik für Kinder bzw. Physiotherapie für Kinder verschrieben bekommen hat. Was bedeutet „Vojta“?
Wir möchten Ihnen gerne diese Therapieform erklären, damit Sie wissen, was Sie und Ihr Kind in der Behandlung erwartet.

In den 1950er Jahren entwickelte der tschechische Kinderneurologe Prof. Dr. Vaclav Vojta sein Konzept, welches "Therapie nach Vojta" genannt wird. Die Vojta Therapie wird in der Physiotherapie für Kinder und auch in der Physiotherapie für Erwachsene angewendet.
Vojta hat mit der so genannten Reflexlokomotion oder auch Reflexfortbewegung eine Methode entwickelt, die dem Patienten helfen kann, grundlegende Bewegungsmuster zu erlangen oder auch wieder zu erlangen.
Durch die Aktivierung des Säuglings, Kindes oder auch Erwachsenen kann damit ein wichtiges Ziel in der Entwicklung erreicht werden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Vojta-Therapie ist auch die von Ärzten sowie Physiotherapeuten gleichermaßen genutzte Möglichkeit der Diagnostik.

Für wen ist die Vojta-Therapie geeignet?

Im Bereich der Physiotherapie für Kinder und Erwachsene gibt es viele Ursachen, die eine Behandlung nach Vojta positiv beeinflussen kann.
Es werden Patienten behandelt, bei denen Entwicklungsverzögerungen oder andere Störungen in der Entwicklung vorliegen.
Vojta kommt vor allem auch für Menschen in Frage, die eine neurologische Erkrankung haben. In der Pädiatrie sind es oftmals kleine Patienten mit angeborenen Defiziten und Problemen der Entwicklungsneurologie (Spastik, Hemiparese, Zerebalparese). Säuglinge die prä- oder postnatal bzw. geburtsbedingt eine Asymmetrie (eine sog. Lieblingsseite) entwickelt haben, sich überstrecken oder sich durch verschiedene Ursachen nicht altersgemäß entwickeln, werden ebenfalls nach Vojta behandelt.
Bei Jugendlichen und älteren Patienten sind es oft Fehlhaltungen, Skoliosen, Koordinationsstörungen u.v.m., die zu einer Vojta-Therapie führen können.

Eine sehr wichtige Diagnose im Säuglingsalter, die mit Vojta behandelt werden kann, ist die sogenannte Hüftdysplasie. Die Hüftdysplasie ist eine angeborene (aber auch erworbene) Fehlstellung des Hüftgelenkes. Wird diese im frühen Alter nicht gut therapiert, kann es zu bleibenden Fehlstellung und somit u.a. zu frühzeitiger Arthrose (Verschleiß) kommen.
Es ist immer sinnvoll so früh, wie möglich mit der Vojta-Therapie zu beginnen. Die Formbarkeit des zentralen Nervensystems in den ersten Lebensmonaten und Jahren begünstigen den positiven Verlauf der Entwicklung unter der Vojta Therapie.

Die Mitarbeit der Eltern

Der Therapeut wird zunächst eine umfangreiche Befunderhebung machen. Danach wird den Eltern oder dem Patienten die genau Vorgehensweise der Therapie erklärt. Sie werden aufgeklärt, wann es sinnvoll ist Vojta zu turnen oder wann Ihr Kind eine angemessene Ruhephase benötigt (z.B. nach Impfungen oder fiebrigen Erkrankungen). Sie als Eltern erlernen die nötigen Techniken, um die Vojta Therapie mit Ihrem Kind auch regelmäßig zu Hause durchführen zu können.
Wichtig ist, dass Sie wöchentlich gemeinsam mit Ihrem Physiotherapeuten die Therapie besprechen und auch weitere Techniken erlernen.

Was passiert eigentlich bei der Vojta-Therapie?

Oft kommen die Eltern schon sehr verhalten in die Praxis und sind etwas nervös, wenn es darum geht, dass der Arzt Vojta -Therapie verordnet hat.
"Die Kinder schreien dabei!", hören wir dann oft. Das stimmt!
Wir möchten kurz erklären, warum das Kind so reagiert:
Vojta spricht von einer Aktivierung in verschiedenen Ausgangsstellungen, dabei wird ein bestimmter und genau definierter Bereich aufgesucht und der Therapeut oder der Behandler aktiviert diesen Bereich, indem ein leichter Druck aufgebaut wird - das ist und darf aber nicht schmerzhaft sein! Vielmehr wird von dem Patienten eine Art Leistung gefordert, die oft sehr anstrengend ist. Als Reaktion darauf beginnt das Kind zu schimpfen oder auch zu schreien. Indem Sie als Eltern aber das Kind positiv begleiten und motivieren, versteht das Kind ganz schnell, das Vojta gar nicht schlimm ist.

Wer darf das Vojta-Konzept anbieten?

Die Vojta Therapie ist eine Zusatzausbildung für Physiotherapeuten. Es darf nur von diesen speziell ausgebildeten Therapeuten,die ein Zertifikat nachweisen können, ausgeübt werden.
Ihr Arzt muss Ihnen bzw. Ihrem Kind die Therapie nach Vojta verordnen und dann kann der Therapeut mit dieser Zusatzausbildung das Rezept mit ihrer Krankenkasse abrechnen.